Bau & Finanzierung eines Forschungsfloßes durch das SIEZ®

Last Updated on 26. November 2020

Die Schlei ist das Herz unserer Region. Vielfältig reicht sie vom Meer bis tief ins Land und prägt unser Leben. Als Brackwassertochter der Ostsee hat sie eine einzigartige Entstehungsgeschichte und zeigt eine vielfältige kulturelle Entwicklung. Nicht immer ist die Schlei von uns Menschen gut behandelt worden. Ihre Wasserqualität wurde das Sorgenkind des Landes. Die Schlei ist unser Stiefkind.
Der kleine Verein SIEZ® entwickelte 2017 die Vision eines Brackwasserinstituts mit eigenwilliger Gletscherhausarchitektur. Es sollte ein Ort der Vermittlung des Schleiwissens geschaffen werden. Das aufzubauende Brackwasserinstitut stellt in unserer Vision dort seine Ergebnisse vor. Die Kreisläufe, in denen wir feststecken (Nährstoffe, Plastik etc.), aber auch die wunderbare Geschichte der Entstehung der Schlei und „unsere“ Geschichte an der Schlei. Mit dieser Vision haben wir bereits Entwicklungen angestoßen. Das Gletscherhaus des Brackwasserinstituts -also das SIEZ®– soll ein Ort für uns Schleibewohner sein und nicht hauptsächlich für den Tourismus.

Solch ein Brackwasserinstitut bedingt erhebliche finanzielle Aufwendungen. Die Region kann das nicht tragen. So geht das SIEZ® viele kleine Schritte.
Wir monitoren die Entwicklung der Wasserqualität und der Ufer ehrenamtlich und auf Vereinskosten. So bauten wir eine kleine Schleiforschung für Kinder mit Zirkuswagen und Tipi auf und pflegen einen Artenhotspot an der Schlei, die Orchideenwiese. Wir versuchen die Arbeit eines zukünftigen Brackwasserinstituts als Verein zu modellieren und in Ansätzen zu leisten.
Wir forschen über den Faulschlamm, seine Ausdehnung, seine wechselnde Dynamik, wir versuchen die Schlei und ihre Phänomene zu verstehen. Wir dokumentieren Geschichte und Geschichten.
Als nächstes planen wir den Bau eines Mess- und Forschungsfloßes, versehen mit modernster digitaler Messelektronik und teilweiser Fernübertragung.

Sollte es uns in den nächsten Jahren gelingen die Nährstoffeinträge zu verringern – und wir alle arbeiten daran, z.B.:

  • die Gewässerverbände,
  • die Kommunen und Gemeinden, die beiden Kreisverwaltungen,
  • das Ministerium und das Landesamt,
  • die Landwirtschaft,
  • die Aktivregion,

dann müssen wir auch das Problem der Faulschlammablagerungen lösen. Diese führen im Sommer zur gewässerinternen „Rückdüngung“ und Förderung der „Blaualgen“. Für die speziellen Brackwasserbedingungen der Schlei liegen zu diesem Thema allerdings keine praktischen Erfahrungen und Messungen vor. Die wollen wir vom SIEZ® aber erwerben. Die Verringerung der Nährstoffeinträge ist immens wichtig, allein aber hilft es der Schlei nicht. Nach Berechnungen des SIEZ® könnte die Rücklösung des Phosphors aus dem Faulschlamm eine vergleichbare Dimension haben wie die Einträge aus den „diffusen“ Quellen (ca.12 Tonnen).

Wie tickt der Schleigrund übers Jahr gesehen? Wann genau kommt es zur Rücklösung und wie stark ist sie und wie abhängig von den verschiedenen Parametern wie Salzgehalt, Temperatur, Strömung, Sauerstoffgehalt. Wir haben in Probemessungen sowohl Sauerstofffreiheit über dem Faulschlamm gemessen und nach Sturmwetter / Ostenwind an selber Stelle Sauerstoffsättigungen kurzzeitig von fast 100%. Wir wissen so vieles über die Schlei nicht oder noch nicht genau genug.

Haben die verschiedenen Möglichkeiten der Faulschlammreduzierung (Entnahme, Besandung, Belüftung) im praktischen Versuch schädliche Nebenwirkungen? Welchen Weg gehen Stickstoff & Phosphor? Der es vielleicht unverantwortlich macht, etwas zu tun? Müssen wir eventuell ungeduldig Geduld mit der Schlei üben, Jahrhunderte lang? Algenblüten und „Blaualgen“ ertragen?

Wir wissen es nicht, ehe wir es nicht ausprobieren und messen. Ohne diese Kenntnisse ist eine Gesundung der Schlei unmöglich.

Mit dem Forschungsfloß wollen wir dieses Wissen in einem mehrjährigen Versuch und in Kooperation mit dem Ministerium, der Universität Kiel und Aarhus, dem Firma CRM und dem Naturpark Schlei mehren.

Das SIEZ® ist dabei Initiator und Knotenpunkt des Vorhabens und versteht sich in dieser Frage „kommisarisch“ verantwortlich für das Projekt bis zur Abtretung der Leitung an ein aufzubauendes Brackwasserinstitut. Wir vom SIEZ® sind nicht geübt im Schreiben von Anträgen. Bitte unterstützen Sie uns auch am Antrag vorbei und/oder machen Sie uns auf evtl. Formfehler im Antragsverfahren unsererseits aufmerksam oder weisen Sie uns auf weitere Fördermöglichkeiten hin. Auch Spenden helfen. Wir brauchen Sie als Kooperationspartner.

Wir „brennen“ für das Projekt. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Messungen. Wir wollen den Aufbau eines Brackwasserinstituts an der Schlei. Mit unserem Vorhaben bekäme die Region diese Messergebnisse und Kenntnisse sehr früh und durch die im Verein tätigen Wissenschaftler und Aktivisten „ehrenamtlich“ äußerst günstig und im direktem Kontakt. Nach unserem Ermessen eine große Chance für alle und die Schlei.

Über den folgenden Link können Sie sich unseren Antrag zum Vorhaben ansehen oder herunterladen.

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