Die Kolholmer Au, ehemals ein eiszeitlicher Schmelzwasserstrom?

Last Updated on 30. November 2023

Zwischen Entenflott & Wildwasser

Das Oberflächenwasser Schwansens will zur Schlei. Eine „größere“ Ausnahme gibt es: die Schwastrumer Au oder Bookenau geht in die Ostsee; kleinere Niederungen bei Borby, Hemmelmark, Hohenstein und Langholz entwässern ebenfalls in die nahe Bucht.
Die Kolholmer oder auch Looser oder auch Gammelbyer oder Barkelsbyer oder Koseler Au ist bei weitem die größte der Schwansener Auen. Norbyer Au, Petribek, Kriesebyer Au, Bienebek und Karlsburger Au sind kleinere Schleischwestern. Aber auch der Schatten der Wahrheit gehört zur Wahrheit dazu. Das Oberflächenwasser Schwansens „will“ genauso zur Schlei, wie die Schlei manchmal nach Schwansen „will“. So staute das Ostseehochwasser im Oktober 2023 die Koseler Au bis Barkelsby & Loose & Saxtorf hin zur „Schleiaue“ auf, bis hin ins Saxtorfer Moor.

Die Koseler Au bei Ornum am Sturmfreitagmorgen 2023

Die Bodenübersichtskarte des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek erklärt die Entstehung der Koseler Heide mit ihrem vorherrschenden Sand & Kiesen als Folge einer „zwischeneiszeitlichen Umlenkung“ am Salzstock Osterby. Die Karte gibt Hinweise auf die Wasserströme nach dem Abschmelzen der Eismassen. Die Kolholmer Au mündet in das Ornumer Noor. Bei überreichlichem Niederschlag füllt sie das Auental noch heute bei Westensturm und Schleiflachwasser eben mit Niederschlagswasser. Eine frühe Karte der Koseler Au stammt aus der Feder des Landvermessers Hansen aus dem Jahre 1799. Eine noch ältere Karte finden wir von 1649. Der Verlag NV (Nautische Veröffentlichungen) hat Hansens alte Karte ins moderne Kartenwerk eingearbeitet. So verrät uns diese wertvolle Arbeit von Jeppe Scheidt, wo überall in der Moderne Mäander durchstochen wurden und das Auenbett um einige Dezimeter zur Nutzlandgewinnung vertieft wurde. Wie der „ursprüngliche“ Verlauf war, was für die WRRL (Wasserrahmenrichtlinien) wichtig ist.
Nachdem ich im September an der Oxbek entlangwanderte, schaute ich mir im November 2023 die Kolholmer Au an. Ich wanderte an ihr entlang wie vordem der Berliner Geologe Dr. Herbert Heck. Dieser Dr. Heck hatte aus Berlin den Auftrag gehabt, eine geologische Karte der Region zu erstellen. Es ist zu vermuten, dass es auch um die Kiesvorräte (Beton und Straßenbau, Bunker und Militärbau) in den Kriegsvorbereitungen ging. Sein Handbohrer war ständig dabei. 1937 waren er und sein Team fertig. Ein wissenschaftlicher Artikel erschien im Nebenbei als Schrift beim Verlag Schwensen in Eckernförde: Die Kolholmer Au, ehemals ein eiszeitlicher Schmelzwasserstrom – mein „Wanderbegleiter“ neben dem Heimatbuch des Kreises Eckernförde von Willers Jessen und Christian Kock von 1916 und 1898 sowie Prof. Dr. Michael Walther.
Ich zitiere Dr. Heck: „Ruhig dahingleitend und in den Mooren wohlreguliert durchfliesst (sie) die Landschaft Schwansen, im ganzen gleichsinnig mit der schmalen Schlei und der breiten Eckernförder Bucht. Ein nur wenige Meter durchmessender Bach: die Kolholmer Au. In streckenweise künstlichem Bett, im Urzustand aber sich verzweigend und mäandrierend zieht sie durch die in Gestaltung und Aufbau wechselreichen Gefilde, ihren Lauf von zahllosen kleinen Zuflüssen ostseits des Großen Moores bei Glasholz nehmend, durch das Kuhmoor, an Loosau, Barkelsby, Gammelby und Kosel vorbei bis sie…nördlich Ornummühle in das dortige Schleinoor träge einmündet.“
Das Heimatbuch von Willers Jessen & Kock (1916) bezeichnet Schwansen als Hochplateau (bis zu 50 Meter hoch) mit Mooren in der Mitte (Klein Irland). Ich zitiere:„In der Mitte Schwansens befinden sich die größten Moore, das Kuhmoor, das Breender Moor und das große Moor. Alle drei zusammen sind zusammen 215 ha groß. Sie entwässern nach zwei Seiten, nach Westen bilden die vereinigten Abwässer einen Nebenfluß der Kollholmer Au, welche in dem Kollholz entspringt. Es ist der größte Wasserlauf Schwansens…treibt die Ornumer Wassermühle und ergießt sich dann in…die Schlei.“

Teilausschnitt der „amtlich geologischen Spezialaufnahme von 1936“ aus der Schrift von Dr. Heck, rechts die Kleinbahn

Niemand kennt seine Ortsbezeichnungen heute mehr. Gespräche mit älteren Landwirten legten nahe, dass es sich beim „Kuhmoor“ (nördlich des Breender Moores) um die Grasmoorflächen des „Kuhhauses“ neben der ehemaligen Landarbeitersiedlung Saxtorfs im Hopfenholz handelt. Diese abgerissene Landarbeitersiedlung kenne ich aus den 60iger Jahren noch durch eigenen Besuch.
Von Moorbrücke hat man einen wunderbar weiten Blick über das Moorgebiet. Man schaut nach Saxtorf, magisch überragt das Kollholz das Moorplateau und der „ehemalige Schmelzwasserstrom“ schrumpft zum kleinsten verkrauteten Graben, ungeräumt, damit das Wasser in ihm stehen bleibe, wie ein Landwirt erzählt, der 50 Jahre hier wirtschaftet. „Solange es geht,“ man hätte viel zu wenig Wasser. Ja, bis Barkelsby ist so viel Entenflott auf der Kolholmer Au, dass ein liegen gebliebener Entenflotttreibselstreifen die Hochwasserlinie dokumentiert. Das Land braucht das Wasser selber. 
Auf den Rat eines ehemaligen Auarbeiters wanderte ich in die kleinbäuerliche Wildnis neben den Flächen des Schwansener Hochadels, von dem Christian Kock in seinem Buch „Schwansen“ 1898 berichtet. „Ab 1000 Hektar werden die Ecken rund“, sagen die Großgrundbesitzer und da gibt es in Hühnerland, Steintal, Vierländer, Wettstein und Poppenhörn, Tingborn usw. kleine runde Ecken und ehemalige Katen und Instenstellen wie die von Gerd Boll (†).
„Da, bei Poppenhörn, am Waldrand Kollholz, unterm Kollhüh, da ist ein Himmelsteichlein, da entspringt die Kolholmer Au, dann läuft sie südlich bei Daniels, Vierländer, vorbei und dann nach Moorbrücke. Aber der ist ja auch schon tot…“

Blick nach Osten, im Rücken Büchenau, das Kollholz ehemaliger „Gutsbezirk Saxtorf, Kirchspiel Rieseby.“ In diesem Gehölz beginnt der 18km lange Lauf des „ehemaligen eiszeitlichen Schmelzwasserstromes“
Hier bei Poppenhörn beginnt der Lauf der Kolholmer Au

Wie können diese kleinen Gehölze Schwansens so magisch wirken? Auf der Karte von Hans Jokisch von 1955 finden wir exakt hier unter der Nummer 135 eine urzeitliche Grabstelle. Keine 10 Kilometer zur Ostsee mit Blick auf das Große Moor und die bewaldeten Hügel Rußlands. Perfekter Ort für ein Grab.
Es geht mir wie bei der Oxbek in Angeln. In diesen kleinen Betten sollen die riesigen Wassermassen der Eiszeit getobt haben? Behaupten Geologen. Hunderte Meter hoch ragten die Eisränder des Zehreises, so hätten vom Gefälle her die Schmelzwässer leicht gleich in die Schleifurt gelangen können, gleich in die Nordsee. Die von Heck festgestellten Ossande im Tal der Au zeugen vom Abfluß. In welcher Höhenschicht aber begannen sie zu fließen bis sie am gefrorenen Landgrund anlangten? Dort liegen geblieben? Der Abfluß des Gletschers tobte auf dem schmelzenden Eis!
Ich zitiere aus „Deutschlands Norden“ von Böse, Ehlers, Lehmkuhl, (Springer 2022“: „Eine Inlandvereisung ist ein hochdynamisches Gebilde, dessen Eisrand abschnittsweise differenzierte Vorstoß- und Abschmelzbedingungen haben kann. Diese hängen von dem präexistierenden Relief und den regional unterschiedlichen Klimabedingungen…ab.“
Dr. Herbert Heck hat einiges im Moor bis Loosau kartiert: Ossande, Kies und Moor. Die kleinen Wasserläufe nehmen im komplizierten Gefällesystem einer vielfach modellierten Landschaft im Hier und im nacheiszeitlichen Jetzt ihren mühsamen Weg bergab. Gefälle suchend oder der Mensch stellt Gefälle her. Kapitulieren vor jedem Hügelchen. Die Vergangenheit bleibt ein Rätsel. Einfache Erklärungen helfen meist nicht.
Auf meine Wanderung entlang des „ehemaligen eiszeitlichen Wasserstroms“ nehme ich nicht den Bohrstock mit sondern den Probenheber des SIEZ®zur Entnahme der Sedimente. Ich entscheide mich gegen Wasserproben entlang des gerade verbrackten Süßwassers. Aber ich messe aus Schalk den Salzgehalt der Überschwemmungspfützen – 2 Wochen nach dem Hochwasser und finde nichts. Es hat ja auch stark geregnet und die „Entenflottau“ (überall finde ich dickes Entenflott als Treibselmarkierung des Hochwassers) fließt ab Moorbrücke in ihrem tiefen Bett munter, unterhalb Looses sogar frisch mit Fließgeschwindigkeiten von 20cm in der Sekunde und mehr.
Überrascht hat mich mich die Tiefe der Au selbst unterhalb Vierländer, dort wo sie kaum fließt. Da hat man einstmals ganze Arbeit geleistet. Sie ist tiefer als breit. Hier beobachtete ich ein Kranichpaar. Standvögel hier? Scheint so. Immer wieder im Großen Moor traf ich die Beiden wieder, scheu.
Querab Kleinmoorbrücke nimmt die Au das Wasser des Grossen Moores auf. Man schaut auf Rußland. Ich nahm zahlreiche Sedimentproben hier aus der Au. Keine moorigen Sedimente! Viel Kies, bindiges Material! Ich gewann den Eindruck eines frisch verlandeten Sees.
Bei Moorbrücke ändert die Kolholmer Au ihren Charakter, verliert ihre Schwansener Wildheit und tritt ihren wahren Job an: die Wasserabführung am Rande des wertvollen Ackerlandes.

Kollholmer Au entlang des Großen Moores, genau an der Grenze des Ackerlandes von Saxtorf
Äußerst aufschlußreich ist diese Drainbaggerung im Großen Moor: das weist hin auf einen frisch verlandeten See. Kleine Moortiefe. Auch mit dem Bodengreifer habe ich nur bindige Siltsedimente gehoben, Muschelschillreste.

Die Au greift tief in die Landschaft ein. Sie ist eine typische „Bauernau“, weg mit dem Wasser. Aber ändert sich das nicht grad? Man sehnt sich nach dem Wasser in den Dürrezeiten. Muß es aber in der Regenzeit los werden. Da beginnen die alten, verschütteten Mäander in neuem Licht zu leuchten. Brauchen wir nicht ein anderes „Auenkonzept“? Zurück zur Aue? Und ist das nicht in allseitigem Interesse?

Tiefer Einschnitt, hier unterhalb von Kasmark
Hier unterhalb von Kasmark lombardische Pappeln, die in dem Alter gern auch kippen. 4 Meter breit, einen Meter tief, fließt und die Au hat erst den halben Weg geschafft.

Die Kolholmer Au durchfließt jetzt die Barkelsbyer Niederung. Ein Teil gehört Graf Moltke aus Waabshof, ein Teil den Barkelsbyer Landwirten. Unterhalb der Stallungen von Kasmark schießt nicht das beste Wasser der Kolholmer Au phosphorschäumend zu.
Bis zum Eingang nach Barkelsby hatte die Au gut zu tun, die Wassermengen des Hochwassers und der Regen los zu werden. Endlich regnet es durchdringend. Sie floß frisch mit bis zu 30cm in der Sekunde. Unterhalb von Loose nimmt sie das Wasser von Osterhof auf und wird auf 50 Metern auch mal „reißend“ mit 50cm/s.

Zeit für ein kleines Gedicht von Walter Scherf:

Der Nebel dämpft das Morgenlicht
Und alles Wesen flüsternd spricht
Das Land verhangen grau
Im Felde singt die Regenfrau
Der Weg ist lang. Der Weg ist weit
Wir wandern tief am Grund der Zeit
Der Sommer ist verbrannt
Ein fahler Rauch weht durch das Land
Das Jahr geht aus. Der Regen fällt
Ein andrer Herr regiert die Welt
Der Wind ist naß & schwer
Das Land ertrinkt im Regenmeer

Die Au durchfließt Barkelsby und muß die Klärwasserabbwässer hier nicht mitnehmen, die werden zum Klärwerk Eckernförde gepumpt. Dann durchfließt sie die Rögener Niederung und bevor sie die Bahnlinie unterquert gibts da eine kleine Wildnis aufgelassender Fischteiche zu bewundern. Sie nimmt das Rosseemoorwasser der ehemaligen Kreisdeponie Eckernförde mit. Vor etlichen Jahren machte ich vom Rosseemoorwasser und vom Auwasser jeweils eine 100er Kresseprobe. 10 von 100 keimten und vom Auwasser fast alle. Der Landkreis wurde informiert und schwieg.  
Die Bäume der einfach abgedeckten Kreisdeponie gegenüber von Lidl/Aldi/Markant (Roseemoor) sterben seit Jahrzehnten den Gastod. Es soll die Zeit und die Atmosphäre allen Frevel aussitzen.
Auf der anderen Seite im Barkelbyer Berg wurde Hamburger Hafenschlick verklappt. Damals machte der ehemalige Bürgermeister uns darauf aufmerksam. Im Schlick riesige Herzmuscheln, wie sie es bei uns nicht gibt. Wieder schwieg der Landkreis Rendsburg-Eckernförde. Er ist schwer dazu zu bewegen, sich auf die Seite des Umweltschutzes zu stellen.
Die Au fließt wunderschön durch die Gammelbyer Niederung. Unterhalb ihres ehemaligen Vorsitzenden Herrmann Münck. Flott und schön. Es geht an der alten Gammelbyer Schule vorbei in Richtung Kosel. Hier nehme ich jetzt das Boot.
Eine fragwürdige Entscheidung. Gleich nach dem Dorfplatz sind Bäume an der Au umgekippt. Die Wassermassen des Novemberregens haben die Gammelbyer Au zum Wildwasser werden lassen. Es fließt hurtig über große Steine des Kerbtales. Hier im Eiszeiturwald gibt es einen Gehölzsaum und Weideland entlang der Au. Ein kleines Paradies. Unterhalb der Deponie Grimmellundsbarg treffe ich zwei Mitglieder der Bürgerinitiative gegen die neue Giftmülldeponie am Bültsee bei einer Ortsbegehung. Die Au fließt durch den Schnaaper Sander. Der Bedarf am rundkörnigen Eiszeitsand ist immens. So haben die Sander der mageren Koseler Heide, wo einst nur Ziegen satt (Coslev bedeutet Dorf der Ziegenhalter, wend.) wurden, den Sand zu einer Goldgrube für wenige werden lassen. Nach dem Wegräumen der Kiese lockt die ausgeteuften Gruben neues „Gold“. Die Verfüllung mit Giftmüll. Ne dünne Folie drunter und die teure „Renaturierung“ rückt in weite, unbedrohliche Ferne. Skrupelloser „Reichtum“ lockt. Am 5. März 2020 titelte die EZ: Undicht: Tiere zerstören Beckenfolie in Revkuhl/Damp…Welche Zukunft werden die Menschen hier wählen? Wird die Giftmülldeponie neben dem NSG Bültsee gebaut? Nur eine „dünne Beckenfolie“ schützt die Schleiregion? Wir vom SIEZ®sammeln die Informationen darüber und archivieren sie.
Unterhalb der Gammelbyer Klärteiche geht es begradigt weiter. Die Au nimmt das Moorwasser von Pukholtdamm mit auf. Einst ein großes Moor westlich der Küstenmoräne. Ein Schöpfwerk zieht das Wasser von Basdorf Mühle und Sönderby in die Koseler Au. Aber es steht vor der Entwidmung. Die Welt entdeckt die Moore wieder. Oberhalb und in Fortsetzung Birkensees liegt malerisch schön das „Muntjakgehölz“ eines reichen Mannes der Bankenindustrie.
Die Au nach der Einleitung der Gammelbyer Abwässer stinkt nach Waschmittelparfüm und schäumt gewaltig. Eigentlich geht das so nicht mehr. Aber was hilft eine Probe? Jeder kanns sehen, jeder kanns riechen. Wir haben die Auen aus unsrem Herzen geworfen. Auf dem Weg nach Kosel stehen Damhirsche an der Au. Wieder liegen Bäume über der Au. Die Au fließt einen Meter tief und zwischen 4 und 6 Metern breit hurtig. Findet den Weg von Kerbtal zu Kerbtal.
Hier wird mir die gesamte Problematik eines neuen Auenkonzeptes klar. Die Auen haben nach dem WHG die riesigen Niederschlagsmengen der Regenzeiten abzuleiten. Eine neue Aufgabe wäre, es auch in den Dürrezeiten zu halten. Die Kolholmer Au zwischen Wildwasser und Entenflott. Ein neues Auenkonzept setzt die Einigkeit aller voraus. Wie klug doch die vielen Mäander waren. Haben den Auenraum immens vergrößert. Das wertvolle Wasser im Auental lange gehalten.
Auf der Sohlgleite Kosel geht meine Wildwasser Kanufahrt mit einer Kenterung im 8 Grad kalten Wasser zu Ende und ich setze sie ein paar Tage später zu Fuß fort. Sie nimmt hier das Wasser des Klärwerks Kosel auf. Immer wieder schätze ich die Strömungsgeschwindigkeit, zuweilen sinds 50cm/s in der Sekunde, die Kolholmer Au kann auch „reißend“. Beim neuen Sandfang teilen sich die Wassermassen. Immer wieder Schaumberge vor mächtigen Stämmen, die die Au versperren. Wildes, phosphatreiches Kosel.
Jetzt ist die Au in Ornum, früher gabs hier eine Wassermühle mit Wasserrechten bis hin zum Langsee, der über einen Graben westlich Pukmoor auch in die Au entwässern kann und für die Wassermühle eine Wasserreserve darstellte. Das SIEZ®hat auch den Gerichtsstreit um die Wasser und Fischrechte in Ornum „archiviert“.
Das letzte Stück nimmt der „Schmelzwasserstrom“ teilweise begradigt ins Ornumer Noor durch wiederum mooriges Gelände. Hier steht Wasser bei Schleihochwasser als auch bei Schleiniedrigwasser bei heftigen Niederschlagsmengen.

Hier die Hüttener Aue, genauso sieht es in der Koseler Aue aus beim Ornumer Noor

Der Untergrund hier wurde von Prof. Dr. M. Walther erbohrt und besteht aus Feinkies, Sand und Silt. Es setzt sich bis 7 Meter unterhalb der Schliesohle fort. Auch die Tiefensonarmessungen von Dr. Höft, Rickleffs und Schwarzer 2017 ergaben das. Hier in etwa fließt das Wasser Birkensees in die Schlei. Eventuell auch das einer Deponie am Bültsee.

Abschlußbild: Paddeln auf der Koseler Wildwasserau/Entenflottau

Ganz am Ende der Auenbegehung machte ich am 24.11.23 eine Gewässerdoppelprobe. Die Wassertemperatur 8 °C. Der Nitratgehalt in Ornum beträgt 27,9 mg NOund befindet sich in hohem üblichen Bereich. Erschreckend ist der Phosphatgehalt weit oberhalb der Meßgrenze. Bei zweifachem Verdünnen liegt er bei 5,2 mg PO4.

Trotzdem:unsere Auen sind von überragender Schönheit

Karl Walther, Vormann des SIEZ®

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