Erläuterungen zum Vorhaben

Im Sommer 2019 hat das SIEZ® e.V. damit begonnen, die Schilfufer/Schleiufer von Land und zu Wasser zu kartieren. Die erste Arbeit war dabei die Definition der Teilgebiete, ihre Beschreibung und fotografische Präsentation. Tiefenangaben der Ufer aus eigenen Nivellements (Nivelliergerät der Firma „NESTLE NAL 24“) kommen hinzu. So werden auf Dauer Veränderungen durch Erosion und Ablagerung sichtbar. An markanten Stellen messen wir auch die Strömungen/Rückströmungen mit einem Strömungsmessgerät von Hydrobios. Ebenso erfolgt eine Kartierung/Beprobung der großen und auch der „diffusen“ Einträge in die Schlei. Markante Niederungen werden mit dem Erdbohrer beprobt und ihre Bodenschichtung definiert. Die Schilfdaten (Verwandschaft der Bestände, Dichte, Internodienabstände, Breite und Bewertung) und alle anderen Daten wie Pflanzenfunde und Muschelfunde und Fotos werden in eine Karte eingepflegt. Das Arteninventar Flora/Fauna von Frau Dr. Wiebke Sach & Bemerkungen/Zitate über den Managementplan finden ebenso Platz wie „historische Daten“ z.B. der IGU aus den 70iger Jahren und die der Fischereiaufsicht aus den 30iger Jahren. Dort, wo wir Plastik fanden, werden wir auch das in die Karte einpflegen. (Monitoringstellen des SIEZ®). An verschiedenen „Querabstellen“ machen wir Faulschlammproben incl. Fotos. Wir bitten alle Nutzer um einen Verweis auf das SIEZ® bei Verwendung dieser Daten. Die chemischen Analysen erfolgen sowohl mit dem „Söll“ Photometer als auch mit dem Analysencomputer der Firma „Macherey Nagel“. Die Faulschlammproben bis 3 Meter Tiefe mit dem Stechrohr, bis 2,50 mit dem „Dänischen Greifer“, ansonsten mit dem SIEZ® Schleppeimer, was wir jeweils vermerken.

Der Name Stexwig:

Stexwig wurde erstmals urkundlich 1412 als Besitz des Klosters von Schleswig erwähnt. Das Dorfwappen trägt eine doppelte Pfahlreihe. Der Dorfname birgt also 1412 bereits 600 Jahre altes Wissen über die Vergangenheit in sich. Auch die alt überlieferten Namen Pahlöhr (Pfahlinsel) und Reesholm beinhalten altes Wissen über die Geschichte der Besiedlung. Die Archäologie arbeitet mit den in den Dorfnamen gespeicherten Informationen und findet auf diese Weise alte Siedlungen. 2010 fand ein Dänisches Forscherteam der Uni Aarhus eine Siedlung gegenüber südöstlich von Füsing mit einem Langhaus und eventuell 80 Grubenhäusern, datiert um 700, wo doch eigentlich die Region in der Kaltzeit unbesiedelt war.

Frau Dr. Sach beschreibt in Ihrem Managementplan die Messgebiete um Stexwig folgendermaßen: (Seite 11) „An die Schilfröhrichte (LRT 1160) bzw. Hochstaudenfluren der Schlei grenzende Grünlandbestände kommen zwischen der Fahrdorfer Ziegelei und Borgwedel vor. Hier sind schmal ausgebildete und zum Teil genutzte, zum Teil brachgefallene Salzwiesenbestände (LRT 1330) in Kontakt zu Flutrasen, sonstigen wechselfeuchten Weiden oder Intensivgrünland vorhanden. Drei Strandseen (LRT 1150) sind zwischen der Fahrdorfer Ziegelei und Borgwedel vorhanden.“

Ein 60ig jähriger Stexwiger gibt an, daß seine Mutter auf der ehemaligen Wiese gegenüber Reesholm in den 60iger Jahren noch gemolken hat und alte Segler (Ü70) berichten zwischen Kocksinsel und Stexwig gegen den Wind gekreuzt zu haben, mit einem Schlag nach Angeln/Geel Raum gen Ost gewinnend.


Erläuterungen:

Die PINs mit den Pfeilen nach rechts und links (braun) bilden jeweils die Grenzen der Messgebiete. Pfeil nach rechts = Westgrenze, Pfeil nach links = Ostgrenze.

Die Messpunkte sind durch die PINs mit dem Mikroskop (blau) gekennzeichnet.

Einige Standorte, die durch Fotos dokumentiert sind, sind mit dem Fotosymbol (grau) gekennzeichnet.