Protokoll der Begehung Stexwig – Schleiufer 21.ten April 2015

Begangenes Gebiet:
Am 21.ten April 2015 von 16 bis 18 Uhr 30 fand die erste Betreuungsbegehung des südlichen Schleiufers statt. Das SIEZ traf sich am Stexwiger Hafen.

 

Der Managementplan des Ministeriums unterteilt das südliche Schleiufer in Teilgebiete und benennt dieses Gebiet „Große Breite von Busdorf bis Borgwedel“
„Spülsäume mit Vegetation aus ein-oder mehrjährigen Arten (LRT 1210 oder 1220) sind abschnittsweise ausgebildet…Am Ufer der Schlei sind die brackwasserbeeinflussten Schilfröhrichte (LRT 1160) der vorherrschende Biotoptyp. Im Zuge fortgeschrittener Sukzession biden sich am Schleiufer abschnittsweise schmale Weidengebüsche oder Erlenbruchwälder (LRT91 E0).

 

Badestelle Stexwig
Badestelle

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An die Schilfröhrichte der Schlei grenzende Grünlandbestände kommen…vor. Hie sind schmal ausgebildete und zum Teil genutzte, zum Teil brachgefallene Salzwiesenbestände (LRT 1330) in Kontakt zu Flutrasen, sonstigen wechselfeuchten Weiden oder Intensivgrünland vorhanden.“

Unser Betreungsgebiet beginnt hier, dort wo vor 50 Jahren noch eine Sandriff auf Reesholm zulief, das bei NW trockenfiel. Dieses ist von der Strömung abgetragen worden. An dieser Stelle der Schlei fraß die Strömung hauptsächlich am Südufer und legte Teile alter Befestigungsanlagen aus der Wikingerzeit frei.

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Neben dem in den 70iger Jahren geschaffenen Hafen mit geringer Tiefe, ca. 1.30m tiefgeehende Boote können ihn befahren, läuft die Stewiger Au. Sie läuft in einem Baumstreifen naturnah 600m von Süden kommend, bevor sie verrohrt das Wasser bis zur B76 und bis Fahrdorf aufnimmt. Im unteren Bereich sind Bachforellen vorhanden. Beim Bau der Hafenanlage wurde diese Au umgeleitet.
Gleich am Hafen über die Aubrücke beginnt der Schilfstreifen, der zum Managementplangebiet gehört. Er ist hier zwischen 20 und 50 Meter breit. Nach süden anschliessend finden wir extensiv genutztes Weideland, nach Aussagen von Ortskundigen ungedüngt und ökologisch durch Robustrinder beweidet. Noch vor 30 Jahren endete das Weideland direkt an der Schlei. Die Verschilfung wandert erkennbar weiter in das Grünland ein.

Auf der Brücke der Stexwiger Au finden wir bei auflandigem Wind einen dreckigen Schaumteppich auf dem sehr klaren Wasser der Au. Scherzhaft scheint hier die Schlei den Bach zu belasten, meinen einige der Teilnehmer, nicht der Vorfluter die Schlei.
Hier an der Au entdecken wir die erste Schwalbe des Jahres.
Weiter östlich gehend gibt es eine Abbruchkante am Ufer, hier ist der Röhrichtstreifen gebrochen. Eine Bedeckung von Treibselgut liegt hier auf. Das Reet besteht aus mehreren Jahrgängen und wird nicht genutzt. Noch gibt es keinen jährigen Neutrieb. Im Schildgürtel haben sich stellenweise erste Hundsrosen etabliert. Daneben Herkulesstaude und Brennesseln.
Es gibt hier eine Gemeindebadestelle mit einer Liege und Spielwiese und ein Stück Wanderweg.
Im Mangementplan steht: „…einzelne Uferabschnitte (wurden) in der Vergangenheit erhöht. Zumeist wurde der vorhandene Strandwall mit zusätzlichem Material aufgeschüttet. Dieser erhöhte Strandwall ist deutlich zu erkennen. Sammelsteine und strömungsbrechende Steinbuhnenreste zeugen von zurückliegenden Zeiten, in denen das schleinahe Grünland wertvoll war.
Hier bis zum Schöpfwerk laufen etliche Gräben aus Rohren in die Schlei, die aus den Stexwiger Höhen in die Schlei entwässern: „diffuse Einleitungen“, trotz der Trockenheit tlw. ergiebig.


Überall wandert hier das Schilf in das noch vorhandene tlw. nicht genutzte Grünland.
Weide und Erle bilden ca. 40 jährige Sukzessionsinseln und zeugen vom Zeitpunkt der Aufgabe der landw. Nutzung.
Südlich des Erlenbusches wurde Ackerland drainiert und der Drain in die Schlei geleitet.
Ansonsten ist zwischen Stexwig und Borgwedel ein tlw. Bis zu 500 Meter breiter Streifen extensiven Grünlands vorhanden, das tlw. verbinst und dann verschilfen wird. Ein Wanderweg stört die Natur hier nicht und Bodenbrüter bleiben hier ungestört.
Kurz vor dem Schöpfwerk finden wir ein Idyll, bestehend aus einem 1ooqm großen Teich, einer Baumreihe (ehemaliger Knick) und durch Weidegang zertretener Salzwiese. Hier reicht die Salzwiese bis an die Schlei heran. Wir finden blühendes Löffelkraut und immer wieder eine wohlschmeckende Zwiebelart (?) Wir fanden Graugänse und Eiderenten, Kiebitze und Schwalben. Ein Stein weist hier den Schleikilometer 70 aus.
Das Schöpfwerk fördert tiefer liegendes Wasser in die Schlei, oberhalb liegend intensiver genutztes Grünland.

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Zusammengefasst ist dieser Bereich vom Stexwiger Hafen bis zum Schöpfwerk geprägt von einwanderndem Schilf, Aufgabe der Nutzung der Ufersäume, Aufschichtung größerer Treibselmengen aus Schilfbruch und Kammlaichkraut auf den ehemaligen Strandwällen, dort tlw. Brennesseln (Nährstoffanreicherung) ehemalige Buhnen im Flachwasserbereich, ehemalige Küstenbefestigungen aus Sammelsteinen dort tlw. Brennesseln (Nährstoffanreicherung), Sukzession mit Rosa mollis, Weide und Erle. Zahlreiche diffuse Einleitungen von Drainwasser (eine Quelle: der Düker) und anderer unbekannter Einläufe mit tlw. trotz Trockenheit ergiebigen Wassermengen.

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