Schutzgebietsbegehung der Halbinsel Hakenhöft durch das SIEZ im September

Schutzgebietsbegehung der Halbinsel Hakenhöft durch das SIEZ im September

Am 7. September um 18 Uhr trafen sich 8 Mitglieder des SIEZ zur Schutzgebietsbegehung Hakenhöft am Parkplatz in Bohnertfeld. Der September war der zuverlässigste und gefühlt wärmste Sommermonat des Jahres 2016. Die Halbinsel Hakenhöft  hat eine durchschnittliche Höhe von 5 m über NN und der höchste Punkt liegt 12,7 m über NN. Das Büstorfer Noor geht nach Südwesten  in ein Wiesental über, dass knapp über dem Schleipegel liegt. Auf der Karte des SIEZ für den Klimawandel in Kosel ist Hakenhöft bereits eine Insel und das Büstorfer Noor ein Durchgangselement der Schlei.

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Eine nach Westen verlaufende Au entwässert einen Teil der jetzt verschilften Wiesenniederung. Sie bildet die Gemeindegrenze zwischen Kosel und Rieseby. Einen Teil der Schilffläche am Bohnertfelder Strand wurde gemäht, die Fläche wird von Schafen beweidet, so dass hier ein Erhalt der Salzwiesenvegetation zu erwarten ist. Diese Flächen gehören der Stiftung. Das Wiesental und die gesamte Halbinsel gehören zum Managementplan. Früher war Hakenhöft besiedelt, diese Siedlungen wurden nach dem Krieg aufgegeben, Siedlungsreste und einen Brunnen findet man immer noch. Zahlreiche Geschichten über „Kolumbus und die schwarze Berta“ kursieren im Volksmund. Die ca. 100 Jahre alte Repr. eines Kartenausschnittes ermöglicht einen Eindruck aus jener Zeit.

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Reproduktion einer alten Karte

 

Die Karte macht deutlich, wie auch noch die kleinste Fläche entwässert und zur Heugewinnung   und zur Beweidung genutzt wurden.

In Bohnertfeld gibt es eine der Gemeindebadestellen mit einem Dixiklo und einem kleinen Sandstrand im gesunden Schilfgürtel, der hier etwa 1o Meter breit ist. Nach dem etwa 100 Meter breiten Wiesengürtel der Hakenhöft vom hügeligen Bohnertfeld abtrennt, steigt das Gelände in Hakenhöft an. An einem tlw. Aktiven Kliff hat sich ein Gehölzsaum von Schlehen, Eichen, Buchen und Pappeln gebildet. Einige Eichen sind sehr alt. Totholz ist ins Wasser gefallen und wird dort belassen. Vor dem Kliff ab und an ein Sandstrand oder ein schmaler Schilfröhrichtgürtel. Am Strand finden wir überraschend klares Wasser und Herzmuscheln/Sandklaffmuschelschalen. Wir sehen Graureiher und einen Eisvogel. Die südliche ca. 6ha große Grünlandfläche wird von Fleischrindern und Pferden im Wechsel beweidet. So können wir die alte Siedlung Hakenhöft nicht aufsuchen, um Spuren alter Besiedlung zu finden.

 

Aktives Kliff mit Abbrucheiche auf Hakenhöft
Aktives Kliff mit Abbrucheiche auf Hakenhöft

Später wird der Strandstreifen vor dem dann nicht mehr aktiven Kliff bis zu 20 Meter breit. Hier haben sich Segler und Paddler einen „geheimen“ Campingplatz geschaffen, der sogar gemäht wird und eine Feuerstelle hat.

Auf dem nördlichen Hakenhöft werden Kartoffeln der Saatzuchtfirma geerntet. Ein Stück über dem Hügelkamm hinweg blickt man auf den Liegeplatz des Wassersportvereins Rieseby in Büstorf. Auf den ehemaligen Wiesen wachsen mehrere Hektar Reet, die bis vor wenigen Jahren noch geerntet wurden. Das Gelände ist von alten Gräben durchzogen. Das alte Salzgrünland ist verschwunden.

Nach dieser ersten Inspektion des Geländes kehren wir um. Bei einer weiteren Begehung werden wir verstärkt die vorgefundenen Arten beschreiben und kartieren.

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